Artikel aus dem LW (Luxemburger Wort)
Seit einigen Jahren bemühen sich viele Pfarreien, eine qualitativ hochwertige Pfeifenorgel anzuschaffen. Dies ist sicherlich einerseits auf die junge Organistengeneration zurückzuführen, andererseits auf die Bestrebungen, das bestehende Kultur- gut mit den sehr schönen Kirchen des Landes aufzuwerten.
Dabei sollte zuerst eine komplette Renovierung der Kirche abgeschlossen sein, bevor, sozusagen als Krönung, eine neue Orgel installiert werden kann. Genau diesen Weg geht derzeit die Pfarrei Eschweiler bei Wiltz. Bereits vor einigen Jahren wurde die Renovierung der schönen Dorfkirche mit einem bewundernswerten Resultat abgeschlossen.
Anschließend bemühte man sich eine angemessene Orgel in Eschweiler zu planen. Dabei wählte die Pfarrei nicht den leichtesten Weg, sondern setzte auf kompromisslose Qualität. Geleitet wird der Eschweiler Orgelverein von Präsident Néckel Lucas, Pfarrer Francis Erasmy, Bürgermeister François Rossler, Organist und Kassierer Yves Plier und Sekretär Johny Schlimm.
Gleich mehrere Kostenvoranschläge wurden angefragt und ausgewertet. Dabei hatten Argumente wie verarbeitetes Material, Klang, Intonationsqualitäten, möglichst vielseitige Verwendung und optische Ausführung mit Anpassung an den Kirchenraum absoluten Vorrang. Bereits im vergangenen Jahr behielt der Eschweiler Orgelverein den Vorschlag der renommierten Orgelbaufirma Wolfgang Eisenbarth aus Passau zurück.
Seit 1945 befindet sich das Unternehmen Orgelbau Eisenbarth in der traditionsreichen bayerischen Bischofsstadt Passau und avancierte, nach den zunächst bescheidenen Gründerjahren, zu einer der überregional profiliertesten und heute führenden Orgelbauwerkstätten in Bayern mit 22 Mitarbeitern.
Nach der Errichtung der ersten Orgel in Luxemburg aus der gleichen Werkstatt in der Dekanatskirche Wiltz, wird also demnächst ein weiteres Opus des besagten Orgelbauers im Großherzogtum erklingen. Von französisch-symphonischen Klangidealen ausgehend, hat man eine Disposition mit 19 Registern erstellt, die wohl vielfältiger in einem Orgelwerk nicht sein könnte. Bekanntlich ist die sinnvolle Zusammenstellung einer kleineren Orgel um ein vielfaches komplexer als bei einer großen Orgel. Bei der Mergenthaler-Flöte handelt es sich etwa um eine Holzflöte, die an den in Eschweiler gefallenen amerikanischen Soldaten erinnert, dessen Familie eine Spende an die Eschweiler Pfarrei tätigte, um damals eine neue Orgel zu errichten. Die Firma Eisenbarth wird sicherlich die gestellten klanglichen und technischen Forderungen der Eschweiler Orgelfreunde in höchstem Maße befriedigen.
Mitte Juli wird die neue Orgel in der Pfarrkirche aufgebaut, so dass sie bereits einige Wochen später erklingen wird. Die feierliche Einweihung ist für das Eschweiler Kirchfest am 26. September 2004 um 15.00 Uhr vorgesehen. In Präsenz von Erzbischof Fernand Franck wird die neue Eschweiler Orgel dann offiziell ihrer Bestimmung übergeben. Während die Orgel in sämtlichen Gottesdiensten und kirchlichen Feiern erklingen wird, sind zu Beginn ebenfalls einige Konzerte vorgesehen: Am Sonntag, dem 17. Oktober 2004, findet um 20.15 Uhr ein Konzert mit Maurice Clement statt; ein weiteres Konzert steht am Samstag, dem 4. Dezember 2004, um 20.15 Uhr mit Josy Putz und Claude Windeshausen auf dem Programm. Mit diesem neuen Instrument wird die luxemburgische Orgellandschaft um ein zusätzliches, auf höchste Qualität debachtes Kunstwerk bereichert.
Spenden für die neue Orgel sind sehr willkommen auf den Konten: "Nei Uergel Kiirch Eeschwëller" BCEE IBAN LU77 0019 1555 8471 6000 oder "Fonds culturel national" mit dem Vermerk "Nei Uergel Kierch Eeschwëller" BCEE IBAN LU63 0019 1002 0100 3000.
Pate oder Patin der Orgel wird man ab einer Spende von 500 Euro, Sponsor einer Pfeife ab 125 Euro, sowie Donateur ab 50 Euro. Jede andere Spende wird selbstverständlich auch sehr dankbar entgegengenommen.
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